Ein wichtiger Tag…Eine ganz andere Moderation…

Foto Schwerte ModerationViele Moderationen hatte ich bis zum letzten Freitag schon erlebt, lustig, unterhaltsam, sehr viel Musik, einfach gute Laune den Gästen einer Veranstaltung verschaffen. Politische Diskussionen waren dabei, Wahlpartys, Auszeichnungen, Preisübergaben und andere Themengebiete.

Aber an diesem Freitag war in Halle 3 der Rohrmeisterei Schwerte doch alles anders. Es ging um Trauer und wie man sie begleiten kann, eben darum Menschen in Trauer nicht alleine zu lassen, so dass sie durch ihre Trauer nicht krank werden. Es war der Fachkongress des Schwerter „Leuchtturm e.V.“, der erstmals in Schwerte stattgefunden hat.

Ein schweres Thema und dabei kamen auch eigene Erinnerungen hoch. Insgesamt 5 Fachvorträge durch im Bereich der Trauerarbeit bekannte Referentinnen und eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion u.a. mit dem Bundestagsabgeordneten Oliver Kacmarek (SPD), einem Bestatter, einem Pastor, einem Schulleiter, einer Ärztin aus dem Lebenszentrum Unna-Königsborn sowie einer Vertreterin aus dem Vorstand der Karl-Bröcker-Stiftung, stellten sich den berechtigten Fragen aus dem Publikum.

Foto Michael Störmer

Foto Michael Störmer-Teilnehmer Podiumsdiskussion

Die wohl wichtigste Frage war dabei, wie die Politik eine professionelle Trauerbegleitung unterstützen kann, denn Krankenkassen zahlen ja bekanntlich nur bei einem Krankheitsbild.

Wünschenswert wäre aber, wenn im Rahmen der Prophylaxe z.B. eine durch Trauer entstehende Depression vermieden werden könnte.

Foto Michael Störmer

Foto Michael Störmer-Regenbogenbunter Sarg

In Halle 2  des Veranstaltungsortes „Rohrmeisterei Schwerte“, stand ein Sarg, der mit bunten Farben bemalt werden konnte.

Jeder durfte darauf seine Gedanken zum Tod in Bildern farbenfroh ausdrücken.

So entstand am Ende ein Unikat, welches nicht düster oder dunkel wirkte, nein, man bekam einen ganz anderen Blick auf eine Bestattung und das damit verbundene Leid.

Foto Michael Störmer

Foto Michael Störmer

Es war eine meiner schwersten Moderationen. Mehr möchte ich gar nicht dazu schreiben.

Die „Dance Kids“ und die „Jam Stylez Crew“ der Schwerter Tanzschule Thiele sorgten für eine durchaus zum Thema passende Abwechslung, denn Tanz und Spielen wird u.a. in der Trauerarbeit eingesetzt.

„That’s it- JugendTrau_Art“, eine Hip Hop Tanzformation, präsentiert von Carolin Stark aus Dorstfeld, sorgten für eine weitere angenehmen Pause zwischen der einzelnen Vorträgen.

Foto Michael Störmer-Stefan Bauer & Band

Foto Michael Störmer-Stefan Bauer & Band

Am Ende des Tages gab es dann eine Benefizkonzert „Ein Lied für Dich“ von Stefan Bauer, Daniel Schlep, Andreas Engelkenmeier, Marco Aufmhof und Mario Martini.

Der Erlös des Konzert war für den „Leuchtturm“ bestimmt, dessen Leuchtfeuer Stefan Bauer seit vielen Jahren ist. Seine CD trägt den Titel „Sieben Gesichter der Angst“

Foto Michael Störmer-Walburga Schnock-Störmer und Jörg Przystow

Foto Michael Störmer- Walburga Schnock-Störmer & Jörg

Danke nochmals an die Veranstalterin Walburga Schnock-Störmer für die Hilfe bei der Moderationsvorbereitung.

Es war ein besonderer Tag, der sicher nachhaltig wirkt…

 

Bilder gibt es in den nächsten Tagen direkt hier: „Leuchtturm e.V.“

3 Kommentare zu “Ein wichtiger Tag…Eine ganz andere Moderation…

  1. Sabine Deifuß

    Dem Moderator merkte man nicht an, dass die Moderation eine Herausforderung war, denn er führte gekonnt und versiert durch die Veranstaltung. Jeder fühlte sich bei dem Thema angesprochen. Nicht nur die Teilnehmer, die fachlich etwas dazu lernen wollten, sondern auch die Teilnehmer, die persönlich mit dem Thema der Trauer besser umgehen wollten. Ein Thema, das uns alle in unterschiedlichen Situationen betrifft.

    An sich ging es um das Thema des Loslassens, des Gefühls des Schmerzes des zerrissenen Herzens und der Heilung. Es ging um die Vermittlung der Wege, die beschritten werden können, um Lebenskrisen zu verarbeiten. Dabei konzentrierte man sich auf die Arbeit mit Kindern. Persönlich finde ich es gut, dass Kinder etwas lernen, was wir Erwachsene oft auch nicht gelernt haben, weil uns das Loslassen zur rechten Zeit nicht beigebracht wurde.

    Wenn die Arbeit des Leuchtturm e.V. mit Unterstützung der Politik und den Sponsoren dazu führt, dass unsere Kinder das lernen dürfen, was sie befähigt, Lebenskrisen zu durchlaufen, dann wäre ein sehr guter Schritt getan. Man sollte die Arbeit sehr positiv sehen, was sie auch ist, auch wenn das Thema zu den absoluten Verdrängungsthemen gehört. Verdrängung aber nur, weil eine Unfähigkeit besteht, damit umzugehen.

    Respekt vor den Menschen, die sich dieser Arbeit widmen, um aufzuzeigen, dass es zu uns gehört und dass wir alle lernen sollten loslassen zu können.

  2. Michael Störmer

    Lieber Jörg, danke für deinen ehrlichen anrührenden Bericht. Auch wenn ich als Vorsitzender des Vereins oft mit Themen der Trauer konfrontiert werde, hat mich dieser Tag in besonderer Weise angesprochen. Ich danke dir an dieser Stelle noch einmal für deine einfühlsamen Moderationen. Herzlicher Gruß Michael

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